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Update:

Die Nerven scheinen bei Wirt Peter Reichert blank zu liegenWirbel um die neue Bräurosl

Zugegeben, die Fußstapfen, in die Peter Reichert nach dem Rücktritt der Familie Heide trat, waren groß. Aber es läuft wirklich viel schief in der neuen Bräurosl. Erst Unmut bei den Bedienungen, dann Probleme mit der Lebensmittelkontrolle. Dann der Stress um die Musik im Zelt. Nach außen hat der Wirt das alles mit einem Lächeln vertreten. Doch die Nerven scheinen blank zu liegen.

Foto: (Foto: Nina Eichinger)
(Foto: Nina Eichinger)

: Nach der ersten WIesn-Absage 2020 war die Familie Heide bereits überzeugt, dass auch die Wiesn 2021 ausfallen wird, was sich ja dann auch bestätigte. Vor dieser Ausgangssituation fiel dann die Entscheidung, als Wiesnwirte der Bräurosl zurückzutreten. Die Familie Heide beschloss, sich auf den Hauptbetrieb in Planegg zu konzentrieren, aber auch dieser Betrieb ist mittlerweile eingestellt und das Gebäude abgerissen. Damit endete nicht nur auf der Wiesn eine lange Tradition: Seit 1936 waren Mitglieder der Familie Heide als Wirt in der Bräurosl tätig und haben den eigenen Charme entwickelt - nicht zuletzt durch Karolin Weidner, die über 25 Jahre lang die Bräurosl verkörperte. Sie ritt beim Wirteeinzug im Damensitz per Pferd mit ein und trat täglich jodelnd im Zelt auf. Doch schon seit einigen Jahren hatte sie erhebliche Probleme mit ihrer Gesundheit. Der Wechsel beim Wirt brachte nun auch einen Wechsel der Bräurosl mit sich. Die neue Bräurosl wurde Mitte Juli 2022 bei einem Wettbewerb gewählt: die Hotel-Betreiberin Verena Gaulinger aus Sendling.

Peter Reichert ist kein Wiesn-Neuling. Er hatte 2011 und 2017 bis 2019 bereits auf der Oidn Wiesn das Festzelt "Zur Schönheitskönigin" geleitet. Das traditionelle Konzept funktionierte gut. Einen Teil dieser traditionellen Stimmung inklusive dem musikalischen Konzept, das auf Blasmusik statt Partymusik setzt, wollte Reichert auf die Bräurosl übertragen. Das scheiterte jedoch schnell. Ein Shitstorm auf Social Media und das Ausbuhen der Kapelle im Zelt führten dazu, dass für den Abend eine andere Kapelle engagiert wurde, die eben diese Partymusik liefert. Wirt und Kapelle zeigten sich zufrieden mit der Lösung.

Aber auch ansonsten dringt immer wieder Ärger nach draußen. Da gibt es Beschwerden von Bedienungen, dass sie trotz langjähriger Erfahrung nicht im einträglicheren Innenbereich, sondern im Biergarten eingesetzt werden. Gleichzeitig gibt es Unmut über lange Wartezeiten bei den Zeltgästen. Und dann kommt auch noch Ärger mit dem Kreisverwaltungsreferat dazu, das für die Lebensmittelkontrollen zuständig ist: es gab Verstöße beim Lagern und Weiterverarbeiten von Lebensmitteln. Laut Informationen, die unter anderem beim Münchner Merkur nachzulesen sind, gibt es hier bereits ein Strafverfahren der Stadt.

Doch nun auch noch das: ein Sicherheitsmitarbeiter aus der Bräurosl soll Peter Reichert bei der Wiesnwache angezeigt haben, weil dieser nicht nur an einer Schlägerei im Zelt beteiligt gewesen sein, sondern diese sogar begonnen und den meldenden Sicherheitsmitarbeiter geschlagen und verletzt haben soll. In verschiedenen Veröffentlichung kursiert dazu ein verpixeltes Video, das den Angriff des Wiesn-Wirts auf den Sicherheitsmitarbeiter zeigen soll. Zu den Hintergründen gibt es bisher keine Informationen. Auf Nachfrage wollte der Pressesprecher der Polizei, Andreas Franken, den Vorfall weder bestätigen noch verneinen und verwies auf die Persönlichkeitsrechte der Beteiligten, die genauso für Prominente wie für jeden anderen Bürger gelten.

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