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185. Münchner Oktoberfest
22. September - 7. Oktober 2018
Update: Sonntag, 7. Oktober 2018 um 19:21
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Bombenanschlag durch Neo-Nazi fordert 13 TodesopferDas Oktoberfest-Attentat 1980

Schwärzester Tag der Wiesngeschichte - Ein Bombenanschlag durch einen Rechtsextremen fordert viele Opfer: 13 Tote und 211 Verletzte.

Der 26. September 1980 sollte als schwärzester Tag in die Wiesn-Geschichte eingehen. Kurz vor der Schließung der Bierzelte um 22.19 Uhr explodierte am Haupteingang des Oktoberfests eine selbstgebaute Rohrbombe. Insgesamt 13 Menschen starben, 211 wurden verletzt, 68 von ihnen schwer. Viele Verletzte litten auch noch Jahre danach an den Folgen. Unmittelbar nach dem Attentat sprach der damalige Bayerische Ministerpräsident und Spitzenkandidat der Union bei der bevorstehenden Bundestagswahl, Franz-Josef Strauß von einem linksterroristischem Anschlag. Seine falschen Aussagen kosteten ihn vermutlich den Wahlsieg bei der Bundestagswahl am 5. Oktober des gleichen Jahres. Die weiteren Ermittlungen ergaben nämlich, dass die Bombe von Gundolf Köhler gelegt wurde, der bei der Explosion selbst ums Leben kam. Köhler hatte Verbindungen zur kurz zuvor verbotenen, rechtsextremen Wehrsportgruppe Hoffmann, im offiziellen Abschlussbericht wird dennoch von einer Alleintäterschaft Köhlers ausgegangen.

Damit das Gedenken an die Opfer nicht vergessen wird, wurde im Jahr nach dem Attentat am Ort des Geschehens eine Gedenkstele aus Bronze aufgestellt. Um das Gedenken auch in Zukunft würdevoll zu gestalten, wurde nach langer Diskussion im jahr 2008 die Gedenkstätte erneuert. Geblieben ist die Bronze-Stele mit den eingravierten Namen der Opfer, die jetzt von einer knapp drei Meter hohen, halbrunden Stahlwand sowie einem in den Boden eingelassen Bronze-Kreis umgeben wird. Die Stahlwand ist - wie von Bombensplittern getroffen - durchbohrt und versinnbildlicht die durch das Attentat verursachten Verletzungen. In den Bodenbelag wurden Metallsplitter - für jedes Todesopfer einer - eingelegt, um die Gewalt des Sprengkörpers zu verdeutlichen.

Wiederaufnahme der Ermittlungen 2014

Lange Zeit streubten sich Justiz und Politik, die Ermittlungen trotz neuer Erkenntnisse wieder aufzunehmen. Zahlreiche Presseberichte und auch ein Fernsehfilm nahmen dies immer wieder zum Thema.

Erst im Jahr 2014 ordnete der Generalbundesanwalt Harald Range aufgrund von nun ernstgenommenen, bislang nicht beachteter, Zeugenaussagen die Wiederaufnahme der Ermittlungen an. Im Mai 2017 wurde der Fall auch in der einschlägigen Fernsehsendung „Aktenzeichen XY… ungelöst“ behandelt. Die Ermittlungen konzentrieren sich derzeit auf die Herkunft des Sprengstoffs, mögliche Verbindungen Köhlers und so eventuell weitere Tatbeteiligte. -mrj