: Was ziehe ich an, wie viel Alkohol trinke ich und mit wem gehe ich nach Hause? Für viele Mädchen* und Frauen* gehören solche Überlegungen zu einem Wiesnbesuch dazu. Die Aktion „Sichere Wiesn für Mädchen* und Frauen*“ möchte diesem Gedanken etwas entgegensetzen: Nicht diejenigen, die von Übergriffen betroffen sein könnten, sollen ihr Verhalten anpassen müssen. Entscheidend ist vielmehr, dass Grenzen respektiert werden und Menschen eingreifen, wenn dies nicht geschieht.
Besonders Jungen* und Männer* werden dabei als wichtige Unterstützer angesprochen. Zivilcourage kann bereits im Freundeskreis beginnen – etwa wenn sexistische Sprüche fallen, eine Frau ungefragt angefasst oder geküsst wird oder jemand trotz eines klaren Neins weiter bedrängt. Auch scheinbar alltägliche Situationen können ein Anlass sein, nicht wegzusehen und deutlich zu machen, dass ein Verhalten nicht in Ordnung ist.
Die Aktion versteht Unterstützung dabei nicht nur als Eingreifen bei einem bereits erfolgten Übergriff. Auch das Ansprechen von Freunden oder Kollegen, das Beenden einer unangenehmen Situation oder das Hinzuholen von Hilfe kann dazu beitragen, dass eine Situation nicht weiter eskaliert. Wer eine betroffene Person unterstützt, sollte dabei ihre Wünsche und Entscheidungen respektieren.
Safe Space bietet Hilfe während der Wiesn
Für Mädchen* und Frauen*, die während des Oktoberfests Unterstützung benötigen, gibt es den Safe Space der Aktion. Die Anlaufstelle befindet sich im Servicezentrum auf der Theresienwiese hinter dem Schottenhamelzelt am Eingang „Erste Hilfe“.
Dort erhalten Besucherinnen kostenlos Beratung und konkrete Unterstützung – unabhängig davon, ob sie einen Übergriff erlebt haben oder sich aus einem anderen Grund in einer Notlage befinden. Auch bei einem verlorenen Handy oder Geldbeutel, wenn die eigene Gruppe nicht mehr auffindbar ist oder ein sicherer Heimweg organisiert werden muss, können sich Besucherinnen an das Team wenden.
Nach einem sexualisierten oder körperlichen Übergriff stehen die Mitarbeiterinnen den Betroffenen ebenfalls zur Seite. Sie können bei den nächsten Schritten beraten und auf Wunsch unter anderem zur Polizei oder in eine Klinik begleiten. Auch bei der Organisation einer weiteren Versorgung oder einer Übernachtungsmöglichkeit kann Unterstützung geleistet werden.
Der Safe Space ist während der gesamten Wiesn geöffnet. An allen Festtagen ist die Anlaufstelle von 18 bis 1 Uhr erreichbar. Freitags, samstags und sonntags sowie am 2. und 3. Oktober beginnt das Angebot bereits um 15.30 Uhr.
Die Aktion macht damit deutlich, dass ein sicherer Wiesnbesuch nicht durch besondere Vorsicht oder Einschränkungen einzelner Besucherinnen entsteht. Respekt vor persönlichen Grenzen, Aufmerksamkeit füreinander und die Bereitschaft, bei problematischen Situationen zu handeln, sind Aufgabe der gesamten Wiesngesellschaft.
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