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189. Münchner Oktoberfest
21. September - 6. Oktober 2024
Update:

Teil 1: Schwerpunkt Sexuelle ÜbergriffeAlkohol enthemmt im Umgang mit anderen

Sexuelle Übergriffe sind seit jeher ein Thema auf der Wiesn. Mit zunehmender Sensibilisierung können die Täter immer öfter aufgegriffen werden.

Foto: (Foto: Robert Auerbacher)
Das Plakat zur Aktion "Sichere Wiesn für Mädchen & Frauen" (Foto: Robert Auerbacher)

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: Je mehr Menschen auf dem Festgelände sind, desto mehr Fälle von Köperverletzung und auch sexuellen Übergriffen werden bei der Polizei gemeldet.
Aus dem Bereich Sexualdelikte vermeldet die Polizei für Freitag und Samstag beispielhaft sechs Fälle:

Fall 1

Am Freitag, 29.09.2023, gegen 21:30 Uhr, traf ein 44-jähriger Mexikaner in einem Festzelt auf zwei jungen Damen aus Hessen bzw. Schleswig-Holstein (23 bzw. 24 Jahre alt). Der 23-Jährigen drückte der Mexikaner sein Gesicht ins Dekolleté. Bei der 24-Jährigen versuchte er es ebenfalls, scheiterte jedoch.

Der 44-jährige Tatverdächtige wurde einer herbeigerufenen Wiesneinsatzgruppe übergeben, die ihn festnahm. Gegen ihn wird wegen sexueller Belästigung ermittelt. Nach Zahlung einer Sicherheitsleistung von über Tausend Euro durfte er die Wiesnwache wieder verlassen.

Fall 2

Am Samstag, 30.09.2023, gegen 23:05 Uhr, fasst ein 40-Jähriger indischer Staatsangehörigkeit im Bereich des Haupteingangs des Oktoberfestes einer 35-Jährigen mit Wohnsitz in München unvermittelt mit der Hand ans Gesäß. Ein unbeteiligter 28-Jähriger mit Wohnsitz in Nürnberg, der die Tat beobachtet hatte, stellte sich zwischen die 35-Jährige und den 40-jährigen Tatverdächtigen. Die 35-Jährige machte lautstark auf sich aufmerksam und zog damit die Aufmerksamkeit von Polizeibeamten auf sich, die am Haupteingang eingesetzt waren. Sie erstattete Anzeige wegen sexueller Belästigung gegen den 40-Jährigen.

Nach Beendigung der polizeilichen Maßnahmen und Entrichtung einer Sicherheitsleistung von mehreren Hundert Euro wurde der Inder von der Wiesnwache aus entlassen.

Fall 3

Am Freitag, 29.09.2023, gegen 19:35 Uhr, war ein über 60-Jähriger aus dem Landkreis Unterallgäu in einem Festzelt offenbar von der holden Weiblichkeit in seiner Nähe überfordert. Er griff einer 27-Jährige mit Wohnsitz in Hamburg, die auf einer Bierbank stand unter den Rock in Richtung Intimbereich. Die 27-Jährige bemerkte dies und schlug die Hand weg. Als sie ihn daraufhin mit seiner Tat konfrontierte, beleidigte der Mann sie auch noch.

Der Tatverdächtige konnte durch den Sicherheitsdienst des Zeltes bis zum Eintreffen der Polizeibeamten gesichert und von den Beamten im Anschluss zur Wiesnwache gebracht werden. Neben Ermittlungen wegen des sexuellen Übergriffs wird gegen ihn auch wegen Beleidigung ermittelt. Er wurde nach erkennungsdienstlicher Behandlung wieder entlassen.

Fall 4

Am Samstag, 30.09.2023, gegen 00:00 Uhr, suchte ein 31-jähriger Bosnier in einem Festzelt dringend Anschluss. Erst fasste er einer 22-jährigen Italienerin unter den Rock, dann versuchte er eine 22-Jährige mit Wohnsitz in Erding auf den Hals zu küssen, woraufhin diese zurückwich. Daraufhin griff er ihr zuerst an die Hüfte und im Anschluss in das Dekolleté. Als die beiden Frauen den Tisch verließen, folgte der 31-Jährige ihnen und bedrängte sie weiter.
Die beiden Frauen verständigten den Sicherheitsdienst und teilten den Sachverhalt mit. Der 31-Jährige wurde daraufhin bis zum Eintreffen der Wiesneinsatzgruppe festgehalten.

Gegen ihn wird sowohl wegen des sexuellen Übergriffs, als auch wegen sexueller Belästigung ermittelt. Über seine Haftfrage wird durch den Ermittlungsrichter im Polizeipräsidium München entschieden.

Fall 5

Am Freitag, 29.09.2023, gegen 23:30 Uhr, ging eine Gruppe Neuseeländer auf der Schaustellerstraße Richtung Norden. Unvermittelt trat ein 27-Jähriger mit Wohnsitz im Landkreis Fürstenfeldbruck an eine 24-jährige Neuseeländerin heran und legte seinen Arm um sie. Die 24-Jährige drückte den 27-Jährigen von sich weg und teilte ihm mit, dass er sich entfernen soll. Daraufhin griff der 27-Jährige der 24-Jährigen ans Gesäß, zog sie an sich heran und küsste sie gegen ihren Willen auf den Mund. Die 24-Jährige schubste den 27-jährigen Tatverdächtigen von sich weg und dieser verließ im Anschluss die Tatörtlichkeit.

Nach dem Vorfall kontaktierte sie ihre etwas entfernt gehenden Begleiter über das Geschehene. Zwei der Begleiter nahmen daraufhin die Verfolgung des 27-Jährigen auf und hielten ihn fest. In der Folge eskalierte die Situation zwischen dem Tatverdächtigen und den Neuseeländern und es kam zu einer Schlägerei bei welcher der 27-Jährige nach eigenen Angaben verletzt wurde.

Ein Ordner in diesem Bereich schritt ein, trennte die Beteiligten und verständigte die Polizei, die alle Beteiligten vor Ort antraf bzw. festnehmen konnte. Alle Beteiligten wurden auf die Wiesnwache gebracht. Gegen den 27-Jährigen wird wegen sexueller Belästigung ermittelt. Gegen einen der Begleiter der jungen Dame wird wegen Körperverletzung ermittelt. Die beiden Tatverdächtigen wurden nach Beendigung der erforderlichen Maßnahmen von der Wiesnwache aus entlassen.

Fall 6

Am Samstag, 30.09.2023, gegen 12:40 Uhr, fotografierte ein Mann einer 34-Jährigen aus Bad-Tölz gezielt unter den Rock. Sie kam zur Anzeigenerstattung zur Wiesnwache, teilte den Sachverhalt mit und konnte einer Einsatzgruppe den Tatverdächtigen zeigen. Der 33-jährigen Italiener wurde im Festzelt festgenommen und zur Wiesnwache gebracht.

Gegen den Italiener wird durch das Kommissariat 15 (Sexualdelikte) wegen der Verletzung des Intimbereichs durch Bildaufnahmen ermittelt. Nach Beschlagnahme seines Mobiltelefons sowie Zahlung einer Sicherheitsleistung wurde der Tatverdächtige wieder entlassen.

Die Polizei weist in diesem Zusammenhang nochmal auf den "Safe Space" hin

Die drei Münchner Vereine AMYNA e.V., IMMA e.V. und die Beratungsstelle Frauennotruf München kümmern sich im Rahmen der Aktion „Sichere Wiesn für Mädchen und Frauen“ um Prävention, Aufklärung und Hilfe für Mädchen und Frauen während des Volksfestes. Ziel der Aktion ist es, für das Thema sexualisierter Gewalt zu sensibilisieren, für Zivilcourage zu werben und konkrete Unterstützung zu geben. Am Safe Space kann jedes Mädchen und jede Frau, die in einer Notlage ist, sich verunsichert, orientierungslos oder bedroht fühlt oder (sexuelle) Gewalt erlebt hat, Hilfe und Beratung bei den Mitarbeiterinnen finden.

Die Mitarbeiterinnen begleiten Frauen und Mädchen auch zum ÖPNV, rufen ein Taxi oder bieten in Notfällen einen Fahrdienst an. Der Safe Space befindet sich im Servicezentrum.

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