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186. Münchner Oktoberfest
21. September - 6. Oktober 2019
Update: Dienstag, 24. September 2019 um 21:51
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Weinzelt als klimaneutrales Festzelt zertifiziertKlimaneutrale Oktoberfest-Betriebe

Vorweg: Klimaneutral heißt, dass ein Ausgleich für entstandene CO2 Emissionen stattfindet. Eine Einsparung von CO2 heißt es leider noch lange nicht.

Kufflers Weinzelt als klimaneutral zertifiziert (Foto: Gerd Bruckner)

20.09.2019: Aber immerhin. Seit 2016 steht mit der Hühner- und Entenbraterei Ammer das erste klimaneutrale Festzelt auf der Wiesn. Kompensiert werden hier nicht vermeidbaren CO2-Emissionen durch Projekte in Nigeria (Effiziente Kochsysteme für Familien), Indien (Stromerzeugung durch Senfernteresten) und Kenia (Bau von Biogasanlagen). 2018 folgte die Hühnerbraterei „Zum Stiftl“. Seine nicht vermeidbaren CO2-Emissionen werden durch ein Bergwaldprojekt im Oberallgäu und ein Waldschutzprojekt in Papua-Neuguinea ausgeglichen.

In diesem Jahr ist zusätzlich Kufflers Weinzelt als „klimaneutraler Festzeltbetrieb“ zertifiziert worden. Dabei werden alle aktuell nicht vermeidbaren CO2-Emissionen über zwei Klimaschutzprojekte ausgeglichen: ein Aufforstungsprojekt im Oberallgäu und das „Saubere Kochöfen-Projekt“ in Peru.

Hofbräu München stellt sein Oktoberfestbier, dessen Transporte auf die Wiesn und den Betrieb des Hofbräu-Zelts, des Volkssängerzelt „Zur Schönheitskönigin“, des Weißbierkarussells Fahrenschon und der „Bieralm“ der Familie Haas in diesem Jahr erstmals klimaneutral - durch Renaturierung eines Moorgebiets im Chiemgau und ein Konzept zur Bindung von Klimagasen aus der Luft in Humus, umgesetzt in Thann bei Zolling.

Klimaneutrale Betriebe sind auch im Schaustellerbereich zu finden, unter anderem ließen sich der „Bayern Tower“ und die VR-Abenteuerbahn „Dr. Archibald – Master of Time“ zertifizieren. Der Wellenflieger Lechner und die Indoor-Achterbahn „Höllenblitz“ haben wie zehn weitere Schaustellergeschäfte ihre Transporte ebenfalls klimaneutral berechnen lassen. Weißbier klimaneutral zu genießen ist in der Weißbieralm möglich.

Hintergrund: Zur Zertifizierung als CO2-neutraler Betrieb werden alle relevanten Emissionsquellen, die im Rahmen des Betriebes anfallen, berücksichtigt. Diese umfassen bei den Gastronomiebetrieben die Bereitstellung der verzehrten Speisen und Getränke, den Energie- und Wasserverbrauch während der Wiesn, die Anfahrt der Mitarbeiter zum Festzelt, die Entsorgung der Abfälle sowie der Treibstoffverbrauch für Transporte zum Auf- und Abbau. Die insgesamt verursachten CO2-Emissionen werden durch anerkannte und zertifizierte Klimaschutzprojekte ausgeglichen und sind dadurch, auf das globale Klima bezogen, neutral.

Damit ist das Münchner Oktoberfest in Sachen "Klimaneutralität" führend in Deutschlands Volksfestszene und es wäre zu wünschen, wenn alle Betriebe auf dem Oktoberfest und andernorta sich auf allen anderen Volksfesten sich der Klimaneutralität verschreiben. Dann feiert es sich nochmal so schön und wenn das Glyphosat im Bier endlich auch verschwindet, dann, ja dann würde der richtige Weg beschritten. Lt. O-Ton des Presseamt der Stadt München sind die Glyphosatspuren angeblich so gering, dass man schon 10.000 Maß trinken müsste, um gesundheitliche Folgeschäden feststellen zu können. -gb