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Update:

Anlaufstelle für kleine und größere Notfälle - auch ohne AlkoholDie Sanitätsstation stellt sich vor

Lange Jahre war die Sanitätsstation auf der Wiesn fest in Hand des BRK. Für die Wiesn 2018 wurde der Vertrag neu ausgeschrieben und seither ist die Aicher Ambulanz Union federführend. Geändert hat sich so einges - nicht nur die Farbe der Tragen: Aus den gelben Särgen wurden blaue Tragen - passend zum Zustand der meisten Fahrgäste.

Foto: (Foto: Nina Eichinger)
Rundgang durch die Sanitätsstation am 05.09.2022 (Foto: Nina Eichinger)

: Nach zwei Jahren Zwangspause ist die Wiesn 2022 auch für die Aicher Ambulanz Union ein Neustart. Dazu kommen dieses Jahr noch die verschiedenen Herausforderungen rund um die Corona-Pandemie - nicht zuletzt gewisse Unsicherheiten bei der personellen Ausstattung, wie man sie schon aus den Pflegeberufen kennt. Waren es 2019 noch ca. 400 Mitarbeiter (zuzüglich den Ärzten), sind für dieses Jahr gut 450 Mitarbeiter eingeplant. Die Zahl erscheint hoch, ergibt sich aber sehr schnell, wenn man bedenkt, dass viele nur ein paar Tage dabei sein werden, und täglich bis zu 110 Mitarbeiter plus 10 Ärzte gleichzeitig im Einsatz sein werden.
Alle Mitarbeiter der Sanitätsstation sind selbstverständlich vollständig geimpft und müssen innerhalb der Station und bei Außeneinsätzen FFP2-Masken tragen. Natürlich sollen auch die üblichen Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Desinfizieren der Hände und ausreichende Lüftung konsequent umgesetzt werden. Je nach Infektionsgeschehen - das genau beobachtet werden soll - können diese Maßnahmen noch erweitert werden.

Blaue Trage(Foto: Nina Eichinger)
Blaue Trage
(Foto: Nina Eichinger)

Bis zu 12 Tragenteams sind auf dem Gelände unterwegs, um Patienten einzusammeln. Bei Bedarf können diese Teams noch in ein First-Responder- und das Rest-Tragen-Team aufgeteilt werden. Dementsprechend ist auch die Grundausstattung der Tragenteams zusammengestellt: Neben den Rucksäcken für Beatmung und Kreislauf, die doppelt vorhanden sind, besteht die Ausstattung aus einem mobilen Defibrillator, einem Kindernotfallkoffer und einer Tasche mit allem, was für eine Vor-Ort-Triage bei größerem Patientenaufkommen gebraucht wird.

Das ist neu 2022

Um die Kliniken und Rettungsdienste der Stadt zu entlasten, bleibt die Sanitätsstation dieses Jahr auch nachts - wenn auch mit reduzierter Besetzung - aktiv. Somit können Patienten, die keine längere stationäre Aufnahme benötigen, über Nacht überwacht auf der Station verbleiben.
Um die Versorgung der Patienten bereits am Abholort zu verbessern, testet die Sanitätsstation das Telemedizin-System IRIS (Instant Remote Interactive Support). Dazu können bis zu 6 Tragen-Teams mit speziellen Kamera-Brillen ausgestattet werden, die es den Ärzten in der Sanitätsstation ermöglichen, direkt mit der Behandlung zu beginnen - noch bevor der Patient bei ihnen eingetroffen ist.

Telemedizinsystem(Foto: Nina Eichinger)
Telemedizinsystem
(Foto: Nina Eichinger)

Sie sehen dabei den Patienten und eventuelle Verletzungen sowie die vom Tragen-Team ermittelten Statuswerte (Blutdruck etc.) über die Kamera in der Brille des Sanitäters und können bei Bedarf sofortige Maßnahmen anordnen. Sofern mal keine dieser Brillen verfügbar ist, gibt es als Rückfallebene noch eine Lösung per Smartphone. Nachteil dabei ist allerdings, dass entweder der Sanitäter nur mehr eine Hand frei hat oder eine weitere Person mit der Positionierung der Smartphone-Kamera betraut werden muss. Das System soll vorrangig bei den Tragen-Teams eingesetzt werden, die an den drei Container-Standorten stationiert sind.

Aber auch für die kleinen Patienten ist gesorgt: Neben einer freundlichen Ausstattung eines der beiden OP-Räume gibt es den virtuellen Klinik-Clown "FrédARico" der mittels Augmented Reality für Unterhaltung, Aufmunterung und Ablenkung sorgt.

Auch wenn die Aicher-Mitarbeiter stadtweit derzeit intensiv im Test- und Impfbereich tätig sind, kann dieser Service auf der Wiesn nicht auch noch geleistet werden. Weder Corona-Bürgertests noch Impfungen werden in der Sanitätsstation angeboten.

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