05.10.2009 Entspannte Wiesn hält an
Nach einem prächtigen Auftakt, einer verhaltenen zweiten Wiesn-Woche freuten sich Veranstalter und Beschicker über ein fulminantes Finale des 176. Oktoberfests.
16 Tage ideales Volksfestwetter mit Sonnenschein und milden
Temperaturen bescherten nach Schätzung des Tourismusamtes ein Besucheraufkommen
von rund 5,7 Millionen Gästen.
Gelassen feierten die Oktoberfest-Besucher aus München und aller Welt
"ihre" Wiesn und hielten trotz wahrnehmbar verstärkter Sicherheitsmaßnahmen
dem "Fest der Feste" die Treue. "Unsere Gäste haben sprichwörtlich mit
den Füßen abgestimmt", so Festleiterin Dr. Gabriele Weishäupl, "und fühlten
sich dank der großartigen Sicherheitspartnerschaft aller am Fest beteiligten
Institutionen auf dem Gelände zu jeder Zeit gut behütet und wohl."
Die Wiesn-Besucher reagierten mit Besonnenheit auf die verstärkte Präsenz
des Sicherheitspersonals. Sie zeigten sich aufmerksam gegenüber anderen
Gästen und kooperativ gegenüber Wachpersonal und Ordnern.
Auch das Sicherheitskonzept für die Morgenöffnung der Zelte über die Seiteneingänge
an Wochenenden erwies sich als erfolgreich.
Der Trend zur Konsumzurückhaltung, der sich schon in der ersten Woche abzeichnete,
hielt bis zum Ende an. So wurde im Schnitt weniger Geld als im
Vorjahr für Speisen, Souvenirs und Fahrgeschäfte ausgegeben.
Insgesamt sprechen Festleitung und Beschicker von einer harmonischen und
entspannten Wiesn, und zeigen sich mit dem Verlauf des Oktoberfests 2009
zufrieden.
Ein Prosit der Gemütlichkeit
Der Biergartenbetrieb bei zwei Wochen durchgehend sommerlichen Temperaturen
hielt den Bierkonsum zum Vorjahr stabil. Insgesamt wurden 6,5 Millionen Maß Bier getrunken. Einen deutlichen Aufschwung nahmen nichtalkoholische
Durstlöscher mit einem Plus von zehn Prozent.
Krug-Klau rückläufig
Aufmerksame Ordner nahmen den Souvenirjägern rund 145.500 Bierkrüge in
den Zelten und an den Hauptausgängen des Festgeländes ab (2008: 200.000
Krüge).
Wiesn kulinarisch
Der Ochs im Aufwind – 111 Ochsen wurden in diesem Jahr auf der Wiesn
verspeist (2008: 104 Ochsen). Im Gegensatz dazu wurden drei Prozent weniger
Wiesn-Hendl konsumiert. Insgesamt verzeichnet die Küche ein Minus von
zwei Prozent.
Der Straßenverkauf meldet den Trend zum Klassiker: Von der Bratwurstsemmel
bis zur gebrannten Mandel lassen sich die Wiesn-Besucher Schmankerl
wie zu alten Zeiten schmecken. Ein Comeback feiert der Türkische Honig.
Souvenirs, Souvenirs
Höherwertige Accessoires, die zur feschen Tracht passen, waren stark nachgefragt.
Filigrane Schmuckherzerl oder Silberbrezn schmücken heuer viele
Dirndl-Dekolletés. Ein kecker rosa Federhut löste den grauen Wurzelsepphut
in der Gunst der Käufer ab.
Der Kauf eines offiziellen Wiesn-Maßkrugs mit dem aktuellen Plakatmotiv war
für Sammler nach wie vor ein Muss. Hasenohren sind auf dem Vormarsch. Insbesondere Damengruppen
schmücken sich mit dieser ungewöhnlichen Kopfbedeckung.
Schaustellerei
In der Schaustellerstraße war die Stimmung etwas gedämpft, allerdings wurden
die Attraktionen gezielt aufgesucht. Neuheiten wie zum Beispiel Flip Fly
oder Parkour zogen viele Neugierige an. Die Klassiker wie Autoscooter, Riesenrad
oder High Energy wurden wie alle Jahre von einer eingeschworenen
Gemeinde erobert. Ohne einen Besuch von Krinoline, Teufelsrad oder Toboggan
gehen die Münchner nicht nach Hause.
Wiesnhit – zwei Sieger
Der Song-Contest um den Wiesnhit 2009 blieb zum Ende des Oktoberfests
unentschieden. "Das geht ab" von Frauenarzt und Many Marc und "Zehn Meter
geh" von Chris Böttcher teilen sich den ersten Platz in der Publikumsgunst.
Ansonsten wurde die altbewährte Wiesn-Hitparade rauf und runter gespielt.
Von Alaska bis Australien
Die Wiesnpost hat dieses Jahr ca. 65.000 Sendungen in alle Welt angenommen.
Tatsächlich ging eine Sendung nach Alaska, wogegen Australien vor allem
für den Bierkrugversand die Hauptadresse war: Von ca. 50 versandten
Bierkrügen gingen rund 40 nach "Down Under".
Trend zum Geldautomat
Die einzige Wechselstelle für "echtes" Geld, Securicoin am Haupteingang,
vermeldet die Annahme von ca. 30.000 US-Dollar, 30.000 Schweizer Franken
und 10.000 Britische Pfund. Exot waren 2.000 israelische Schekel.
Als Renner entpuppte sich die Annahmestelle für die D-Mark - es wurden ca.
100.000 DM in Scheinen und gut 1.500 Münzen, von 10-DM-Sondermünzen
bis hin zu den Pfennigen, angenommen.
Im Übrigen geht der Trend zum Geldautomat. Auch die Zelte haben dieses
Jahr erstmals eigene Apparate aufgestellt.
Aus dem Servicezentrum
Polizei
Die Polizei spricht trotz der besonderen Situation von einer "normalen Wiesn"
und lobte ausdrücklich die Sicherheitspartnerschaft zwischen Beschickern,
Behörden, Bayerischem Roten Kreuz (BRK) und den Sicherheitskräften.
BRK
Die warme Witterung ließ laut BRK Herzkreislauferkrankungen ansteigen, was erhöhte Einsatzzahlen bedingte.
Kinderfundstelle
In der Wickelstation wurden 245 Wiesn-Zwergerl gestillt und gewickelt
(2008: 325). Die BRK-Damen und die MitarbeiterInnen des Jugendamtes betreuten
18 "verlorene" Kinder (2008: 24 Kinder).
Security Point
Der Security Point als Anlaufstelle für Mädchen und Frauen in unterschiedlichen
Notlagen. Er ist ein flankierendes Angebot zur persönlichen Betreuung und ergänzt
die Arbeit der Sicherheitsbehörden vor Ort. Diese für Volksfeste weltweit
einmalige Einrichtung wurde 2003 von den Organisationen IMMA, AMYNA und
Frauennotruf München initiiert und mit Unterstützung der Festleitung eingerichtet.
Fundstücke
Bis Wiesn-Schluss zählte das Wiesn-Fundbüro rund 4.100 Fundstücke (2008:
4.400) , darunter 1.250 Kleidungsstücke, 770 Ausweise, 420 Geldbörsen, 330
Schlüssel, 275 Taschen, Rucksäcke und Beutel, 330 Brillen, 320 Mobiltelefone,
30 Regenschirme, 100 Schmuckstücke und Uhren sowie 75 Fotoapparate.
Eine Angel, eine Schachuhr, ein Toaster, Feuerwerkskörper, ein Brotmesser, ein
Ballettröckchen, zwei Absperrpfosten, drei Krücken (einzelne Anlieferung), ein
Digitalverstärker Hohner 500, ein Zwergpintscher, ein Beutel mit Kamillentee und
ein Milchzahn.
Am Montag, 05. Oktober, wurde im Wiesn-Fundbüro ein Teil-Gebiss abgegeben.
Damit wurde - nach dem Jahr 2008 ohne Gebiss-Fund - wieder die
Tradition der verlorenen Wiesn-Gebiss in der Statistik des Wiesn-
Fundbüros fortgesetzt.
Die Aushändigungsquote ist mit 19 Prozent zum Vorjahreswert leicht ansteigend
(+ 2 %).
Die Branddirektion spricht von einer ruhigen Wiesn ohne besondere Vorkommnisse.
Das Gesundheitsamt meldete keine besonderen Vorkommnisse.
Strom, Gas, Wasser
Der Stromverbrauch von ca. 2.600.000 kWh lag durch die hohen Durchschnittstemperaturen
mit ca. 3,5 Prozent unter dem Verbrauch der großen Wiesn 2007.
Der Wasserverbrauch liegt leicht unter dem Verbrauch der letzten großen Wiesn mit ca.
95.000 Kubikmetern.
Beim Gasverbrauch haben sich die warmen Temperaturen am stärksten bemerkbar gemacht,
diese lagen mit 160.000 Kubikmetern weit unter dem vergleichbaren Verbrauch vom Vorjahr
und den Vorjahren.
Wiesn-Pressestelle
Die Pressestelle zählte rund Journalistenkontakte 3657 (2008: 2537) aus dem Inund
Ausland wie Australien, Brasilien, China, Finnland, Frankreich, Griechenland,
Großbritannien, Indien, Italien, Kanada, den Niederlanden, Österreich, Russland,
Schweden, Schweiz, Ukraine, den USA und Weißrussland.
Es wurden 333 Dreh- und Fotogenehmigungen an verschiedene Film- und TVTeams
sowie Onlinedienste erteilt (2008: 265). 62 Pressemitteilungen (2008: 71)
mit einer Auflage von rund 9.000 Stück wurden im Vorfeld und während der
Wiesn ausgegeben.
Engagierter Einsatz aller Beteiligten
Alle Dienststellen im Servicezentrum leisteten auch in diesem Jahr einen großartigen
Einsatz. Die Festleitung dankt allen Kolleginnen und Kollegen sowie allen
Wiesn-Beschickern für die gute Zusammenarbeit!
-Presseamt München